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+ + + MEMORIA PULP
MEMORIA PULP wurde bereits vor mehr als zehn Jahren von Andrea Schuler und Oliver Ruts in der beschaulichen Einöde um den Bodensee gegründet.
Der Name unseres Verlages war zu diesem Zeitpunkt programmatisch: MEMORIA stand für ein Konzept des Erinnerns und Bewahrens. PULP ursprünglich "Schundliteratur" sollte den Akzent auf Bereiche und Nischen, für die in der sogenannten "Hochkultur" kein Platz zu sein schien. MEMORIA PULP widmet seine Arbeit der dunklen Seite der zivilisierten Welt. Der alltägliche Terror bekommt eine neue künstlerische Dimension so beschrieb ein Journalist damals unsere Arbeit.
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Die ersten Publikationen entstanden 1991 und 1992: die beiden Underground Anthologien THE MOWER #1 und #2 verstanden sich als breites, internationales Forum für Musiker und Zeichner, die sich selbst im weitesten Sinne als Punks bezeichneten. Zu Ari Roussimoffs Serienkiller-Film Trail of Blood erschien 1994 eine Sondernummer der Reihe Blackn Dekker Artmachine heraus. Das aufwendig gestaltete Fanzine stellt den Film vor und liefert Hintergrundinfos zum Phänomen des Green River Killers.
Danach lagen die Vertragsaktivitäten sechs Jahre brach. Oliver Ruts gründete mit Tobias Werner 1995 in Berlin-Prenzlauerberg das Tätowierstudio The Pain & Ink Department. Andrea Schuler arbeitete als Journalistin und Dokumentarfilmerin für verschiedene Berliner Produktionsfirmen.
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Die Zeiten haben sich geändert: was früher Underground war, ist heute Mainstream. Das gilt auch bzw. gerade für Tätowierungen. Ein Effekt des Jugend- und Körperkults der 1990er Jahre ist die Renaissance der Tätowierkultur. Renaissance deshalb, weil es eine Tradition der Tätowierkultur gibt. Wir haben Zeitzeugen aufgesucht, die sich noch an die Tätowierten der 1920er und 30er Jahre erinnern können. Diese Menschen und ihre Tätowierleidenschaft waren viele Jahre aus dem kollektiven Gedächtnis verschwunden. Erst in letzter Zeit läßt sich ein neu aufkeimendes Interesse an der Tätowiergeschichte beobachten. Wir verstehen unsere Arbeit als Beitrag dazu.
Die zwischen 2000 und 2002 erschienenen Publikationen geben Einblick in ein Stück Kultur- und Tätowiergeschichte.
Der Dokumentarfilm "Flammend Herz", produziert von der Egoli Tossell Film AG und dem ZDF ist der Abschluss unserer Arbeiten zur Tätowierkultur. Er erzählt die Geschichte der drei ehemaligen Freunde Albert Cornelissen (geb. 1913) , Karlmann Richter (geb. 1913) und Herbert Hoffmann (geb. 1919) und ihrer lebenslangen Tätowierfaszination. Die drei betagten Tattoofans waren zur Premiere während der Berlinale im Februar 2004 persönlich anwesend und wurden mit standing ovations gefeiert. Ein Erfolg, der auf die Kinochancen des Films hoffen läßt. Kinostart ist im Herbst 2004.
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